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Ablauf eines Bienenjahres

Die Arbeiten eines Imkers ist während des Jahres ist sehr abwechslungsreich. Hier ein kurzer Überblick der wichtigsten Tätigkeiten von März bis Feber des kommenden Jahres. Einen schematischen Ablauf gibt es nicht. Jedes Jahr ist witterungsbedingt anders und deshalb wird sich kein Bienenjahr dem anderen gleichen.


Die Verehrung des Heiligen Ambrosius als Schutzpatron der Imker (7.12.) erklärt sich aus einer Überlieferung, der zufolge sich in der Kindheit des Heiligen ein Bienenschwarm auf seinem Gesicht niedergelassen haben soll. Die Bienen seien in den Mund des Kindes gekrochen und hätten es mit Honig genährt. Dies wurde als Zeichen Gottes und ein Hinweis auf eine große Zukunft des Kindes gedeutet.

Meist ist es das Wetter, welches im Zusammenhang mit der Nahrungsbereitstellung den Jahresablauf der Biene und somit auch für den Imker bestimmt. Viele Maßnahmen glaubt er im Sinne der Bienen und der Völkerführung zu treffen. Oft schlägt das Wetter um, oder lange Trockenheiten beinflussen den Wachstum der Pflanzen.

 

Dadurch entstehen kaum Flugtage der Bienen, die Königin hat aber Eier gelegt und die Jungbienen schlüpfen. Die Sammelbienen sind daher zur Untat gezwungen und das Gleichgewicht gerät aus den Fugen. Aber dafür hat man jede Menge Schwärme auf den Bäumen.

Auffüttern mit Flüssigfutter im Juni, keinen Honig im August. Viele Faktoren beeinflussen die Entwicklung der Völker, deshalb wird kein Bienenjahr dem anderen gleichen.

März-April


Nach dem die Bienen die letzten Wintermonate eng, flügelschlagend in einer Traube verbracht haben, hat das langfühlende Warten des Imkers ein Ende. Je nach Temperatur nehmen wir den ersten Flugverkehr war. Dieser ist sehr wichtig, denn so können die Bienen ihre Kotblase entleeren und der Imker erkennt schon mal ob die Völker überwintert haben.

Gründe für Winterverluste können unter anderen durch schlechte Varroa-Milbenbehandlung im Herbst, Futtermangel oder tiefe Temperaturen entstehen. Bei letzteren Grund sitzen die Bienen am Rand einer Zarge, haben in diesem Bereich kein Futter mehr und können wegen sehr tiefer Temperaturen die Wintertraube nicht lockern. Damit ist ein Übersteigen zum nächsten Futterbereich nicht möglich und verhungern.

 

Bei wärmeren Temperaturen kann man durch leichtes Anheben der Zargen feststellen wieviel Futter vorhanden ist. Vielleicht läßt das Wetter sogar einen ersten Blick ins Innere zu, aber da sollte man vorsichtig sein und die Bienen nicht stressen. Ein wirklich gutes Anzeichen für ein intaktes Volk ist der Eintrag von Pollen, den die Bienen für die Brutentwicklung benötigen.

So kann man ohne dem Störfaktor Imker feststellen, ob sich eine Königin und bereits Brut im Volk befindet.

 

Die Auswinterungskontrolle und die Frühjahrsrevision sind die ersten Eingriffe des Imkers ins Bienenvolk. Es werden leere Rähmchen entfernt, den Sitz des Volkes in die Mitte korrigiert und schlechtes Wabenmaterial ersetzt.

 

Zum Beginn der Kirschblüte werden die ersten Mittelwände zum Ausbauen hineingehängt. Von nun an ist eine deutliche Aufwärtsbewegung erkennbar und die Völker verlangen nach der ersten Zargenerweiterung. Die Löwenzahnblüte ist der erste richtige Eintrag für die Bienen. Bei uns im Maltatal verbleibt dieser Honig meist als Futter für die kommende trachtlose Zeit.

Mai-Juni


Wenn das Volk auf 3 Zargen steht, ist der Imker dafür verantwortlich, das genug Platz im Stock herrscht. Kontrolle, rechtzeitiges Schröpfen und Ablegerbildung beugt der Schwarmstimmung vor. Freilich ist es immer ein Naturschauspiel, den Bienen beim Schwärmen zu beobachten. Aber für die wirtschaftliche Betriebsweise soll das Schwärmen so gering wie möglich gehalten werden. Meist bringt ein Schwarmvolk in dieser Saison keinen, und das abgeschwärmte Volk nur wenig Honigertrag. Der Schwarm wird eingefangen, in eine Kiste gekehrt und abends in eine neue Zarge geschlagen. Weil Flugbienen fehlen wird aufgefüttert und ein neues Volk entsteht.

 

Ziel jedes Imkers soll es sein, gleichzeitig alle Völker so stark als möglich in die Haupttracht zu bringen. Die Haupttracht für meine Bienen ist der Wald. Honigtau von Rindlaus und Blattlaus werden nun reichlich eingetragen und in Honig umgewandelt.

 

Mit erreichen der Sommersonnenwende am 21. Juni, hat die Särke des Bienenvolkes seinen Höhepunkt erreicht. Ab diesem Zeitpunkt geht die Entwicklung der Völker wieder langsam retour und der Höhepunkt des Imkerherzes rückt immer näher. Wenn das Wetter in den letzten Wochen dem Imker gnädig war, kann man in dieser Zeit mit dem 1. Schleudern beginnen.

Juli-August


Nach der 1.Schleuderung werden nun die ausgeschleuderten Rahmen wieder in die Honigzarge zurückgegeben und von den Bienen für den nächsten Eintrag vorbereitet. Je nach Wetterlage und Nahrungsbereitstellung der Natur folgt noch eine weitere Schleuderung bis zum entgültigen "Abräumen"  Anfang August.

 

Beim Schleudern ist darauf zu achten, das nur die reifen, verdeckelten und brutfreien Honigrahmen verwendet werden. Unreifer, wasserhaltiger Honig vergährt und hinterlässt einen negativen Eindruck.

 

Nach der letzten Schleuderung ist diese Honigsaison Geschichte und das Vorbereiten der Völker für die nächste Saison beginnt. Jetzt wird die Honigzarge entfernt, die Völker für das Auffüttern vorbereitet und mit Flüssignahrung versorgt. 

 

Ein wichtiger Arbeitschritt ist die Behandlung gegen die Varroamilbe. Da während der Bienensaison wegen Behandlungsrückständen im Honig keine Varroabekämpfung gemacht werden darf, muss man dies nach der Honigernte umso genauer machen. Dafür hat jeder Imker seine eigene Methode und Lehrmeinung.

September-Feber


Nach dem die Völker auf 2 Zargen heruntergesetzt, vollständig aufgefüttert und mit Ameisensäure behandelt wurden, bereiten sich die Bienen auf den anstehenden Winter vor. An schönen Herbsttagen sieht man noch eifrieges fliegen, aber die Tage sind gezählt. Die restlichen Drohnen werden aus den Stöcken vertrieben und die Winterbienen werden produziert. Diese haben ausschließlich die Aufgabe, das Volk über die Wintermonate zu bringen und im kommenden Frühjahr die ersten Jungbienen aufzuziehen.

 

Die Restentmilbung im Spätherbst beschließt die Eingriffe des Imkers für diese Bienensaison. Wenn die Temperaturen sich in Richtung Gefrierpunkt bewegen, begiebt sich das Volk in die Wintertraube und die Arbeit des Imkers beginnt.

 

In den Wintermonaten kann ich dann den Honig abfüllen, Wachs einschmelzen, Zargen und Rähmchen richten. Die heilige Ambrosius Messe und die Weihnachtsfeier des Bienenzuchtvereins Malta runden das Kalenderjahr ab. Wenn die Bienenstöcke von Schnee bedeckt sind und der Imker mit seinem Ohr an den Holzzargen lauscht, kann man ein ganz leises Summen hören. Das rasche schlagen der Flügel der Bienen führt dazu, dass sich der Kern der Wintertraube auf 20-22°C erwärmt und somit das Überleben des Volkes sichert.

 

Und wenn die ersten Frühlingsstrahlen der Sonne auf die Behausung treffen und der Imker schon wieder ungeduldig umhersteigt, beginnt eine neue, aber bestimmt nicht dieselbe Bienensaison.

 

Vielleicht ist aber genau diese Abwechslung, das Beschäftigen mit dem Wetter, der Umgang mit der Natur, die neuen Behandlungsmethoden oder das ständige Ausprobieren und Improvisieren was diese Arbeit mit den Bienen so interessant macht. Der Bienenstich ist`s bei mir sicher nicht!

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Kontakt:

Imkerei Peball Gottfried

9854 Malta, 198

0650 / 96 244 67

maltahonig@gmx.at



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